Mieczyslaw Weinberg: Sonata for Violoncello and Piano No. 2, Piano Quintet (Weinberg Edition Vol. 4)

Christoph Stradner, Luca Monti, EOS Quartett Wien, Doris Adam

Label: NEOS

Erschienen: 2011

Katalog-Nummer: NEOS CD 11128

Weinberg Edition Vol. 4) (USB-Stick)

Kurzbeschreibung

Weinbergs Klavierquartett ist eine der bemerkenswertesten Kompositionen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der extrovertierte Charakter deutet auf die Entstehungsumstände, die subjektiven Aspekte werden jedoch in eine überlegende Form und Ausarbeitung eingebunden.

Beschreibung

Bei der Weinberg-Retrospektive der Bregenzer Festspiele 2010 stand die szenische Uraufführung seiner Oper »Die Passagierin« im Mittelpunkt, doch die Aufführung von über zwanzig weiteren Werken schuf einen Einblick in den unglaublichen Reichtum des Œuvres dieses vergessenen Komponisten. Weinberg fühlte sich zum Komponieren gezwungen, um damit sein Überleben vom Holocaust, als Einziger seiner Familie, zu rechtfertigen. Die dadurch entstandenen großartigen symphonischen und kammermusikalischen Werke sind voller Melancholie und Trotz. Wir danken NEOS dafür, dass nun auch Andere an der Wiederentdeckung dieses inspirierten und wichtigen Komponisten teilhaben können.


David Pountney


Sonate für Cello und Klavier Nr. 2 op. 63 (1959)
Der berühmte Cellist Mstislaw Rostropowitsch lernte Weinberg über Schostakowitsch kennen, der 1959 sein erstes Cellokonzert für den gefragten Interpreten schrieb. Weinbergs zeitgleich entstandene zweite Cellosonate mag eine Antwort darauf sein. Andererseits betonte der Komponist immer wieder seine künstlerische Unabhängigkeit von Schostakowitsch. Zwischen den beiden Persönlichkeiten entstand vielmehr ein fruchtbarer Dialog.


Man zeigte sich neue Werke zur Begutachtung, inspirierte sich wechselseitig. Nicht zuletzt hat sich Schostakowitsch – auch in politisch schwierigen Zeiten – für den jüngeren Weinberg eingesetzt. Bemerkenswert ist, dass sich das Hauptthema aus Schostakowitschs Cellokonzert im Finale von Weinbergs zweiter Cellosonate findet. Enger kann man eine Freundschaft nicht ausdrücken.


Die perkussive Nutzung des Klaviers im Finale erinnert etwas an die Zusammenführung von Folklore und moderner Harmonik in Bartóks Allegro barbaro (1911). Der Satz unterstreicht noch einmal die großen pianistischen Fähigkeiten Weinbergs, von dessen Künsten am Klavier auch Rostropowitsch begeistert war: Bei einem Liederabend von dessen Frau Galina Wischnewskaja war Weinberg kurzfristig für den erkrankten Swjatoslaw Richter eingesprungen und hatte das anspruchsvolle Programm mit Bravour bewältigt.


Die beiden ersten Sätze aus Weinbergs Cellosonate geben sich lyrisch und bringen den kantablen Charakter des Violoncellos wundervoll zur Geltung. Die weit geschwungene Melodie im Moderato betont schön die tiefe Lage des Streichinstruments. Volksmusik und expressiver Atem fließen ineinander.


Grandios entwickelt Weinberg den langen Steigerungsbogen, der nach etwa fünf Minuten kulminiert und dann von einem kurzen Abgesang beantwortet wird. Der mittlere Satz hebt wie ein zartes Wiegenlied an, Weinberg lässt das Cello zunächst sordiniert flüstern, später einfühlsam zupfen. Melodieführung und Begleitung wechseln nahtlos zwischen den Partnern.


Als Anknüpfungspunkt für Weinbergs zweite Cellosonate wurde oft Schostakowitschs Cellosonate in d-Moll op. 40 genannt. Sicher gibt es die eine oder andere Verwandtschaft, doch auch viele Unterschiede. Das betrifft nicht nur die Satzanzahl (bei Schostakowitsch vier, bei Weinberg drei Sätze), sondern vor allem die bei Weinberg knappere Struktur und den stets sehr durchsichtigen Klaviersatz. Er selbst betonte, dass die Freundschaft mit Schostakowitsch eher »unbewusst« seine »kompositorische Kreativität beflügelt hat«.


Klavierquintett op. 18 (1944)


Zu einer der bemerkenswertesten Kompositionen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gehört das Klavierquintett op. 18. Es wurde von Emil Gilels und Streichern des Bolschoi Theaters am 18. März 1945 in Moskau uraufgeführt. Außerdem gibt es eine Anfang der 1960er Jahre erstellte Aufnahme mit Weinberg am Klavier und dem Borodin Quartett. Der extrovertierte Charakter einiger Passagen mag auf die bewegende Zeit deuten, in der das Werk entstand.


Der Komponist war 1939 vor der deutschen Wehrmacht aus seiner Heimat Polen geflüchtet. Er wohnte zunächst im weißrussischen Minsk, dann im usbekischen Taschkent. Sicher beeindruckten den jungen Mann die kulturellen Einflüsse dieser Städte, in denen Weinberg viele emigrierte Künstler und Musiker traf. Im Spätsommer 1943 siedelte Weinberg mit seiner jungen Frau Natalja nach Moskau über – auf Einladung Schostakowitschs, der ihn förderte.


Ähnlich wie Schostakowitschs berühmtes Pendant ist auch Weinbergs Klavierquintett fünfsätzig. Es hat zwei Scherzi, die zusammen mit dem furiosen Finale den dynamischen, motorischen Atem des Stücks ausmachen. Ausdrucksgesättigt und von einem schwermütigen Ton geprägt sind hingegen der langsame Satz und das einleitende Moderato. Bisweilen glaubt man eine Gedenkmusik zu hören. Sicher dachte Weinberg oft an seine verlassenen Eltern und seine Schwester, die in Warschau den Tod fanden.


Diese stark subjektiven, erlebten Aspekte des Klavierquintetts werden jedoch in eine überlegende Form und Ausarbeitung eingebunden. Das 1944 vollendete Werk ist sehr durchdacht aufgebaut. So ziehen sich die einleitenden Themen wie ein roter Faden durch das fünfsätzige Werk. Filigrane Kontrapunktik und erlesene Klanglichkeit offenbaren das Genie des jungen Weinberg, der sich hier äußerst selbstbewusst der musikalischen Welt präsentiert.


Die variable Behandlung der Streichinstrumente und ihre bisweilen neuartige Verbindung mit dem anspruchsvollen Klavierpart offenbaren eine neue kammermusikalische Qualität. Das erkannte bereits der russische Komponist Yuri Levitan in seiner Rezension der Notenausgabe und lobte besonders das »aufwühlend lyrische und tiefgründig meditative Adagio«.


Matthias Corvin

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