Mieczyslaw Weinberg: Symphony No. 17 ´Memory´ (Weinberg Edition Vol. 2)

Wiener Symphoniker, Vladimir Fedoseyev

Label: NEOS

Erschienen: 2011

Katalog-Nummer: NEOS SACD 11126

Weinberg Edition Vol. 2) (USB-Stick)
6CH

Kurzbeschreibung

Weinbergs 17. Sinfonie (1982-84) ist ein Motto Anna Achmatowas vorangestellt: „Mein Land, du hast wiedergewonnen deine Macht und deine Freiheit! Aber in der Schatzkammer der Erinnerung des Volkes werden immer bewahrt bleiben die verbrannten Jahre des Krieges.“

Beschreibung

Bei der Weinberg-Retrospektive der Bregenzer Festspiele 2010 stand die szenische Uraufführung seiner Oper »Die Passagierin« im Mittelpunkt, doch die Aufführung von über zwanzig weiteren Werken schuf einen Einblick in den unglaublichen Reichtum des Œuvres dieses vergessenen Komponisten. Weinberg fühlte sich zum Komponieren gezwungen, um damit sein Überleben vom Holocaust, als Einziger seiner Familie, zu rechtfertigen. Die dadurch entstandenen großartigen symphonischen und kammermusikalischen Werke sind voller Melancholie und Trotz. Wir danken NEOS dafür, dass nun auch Andere an der Wiederentdeckung dieses inspirierten und wichtigen Komponisten teilhaben können.


David Pountney


Symphonie Nr. 17 »Erinnerung« op. 137 (1982–1984)
Seine in den 1980er Jahren entstandenen Symphonien Nr. 17 bis 19 bündelte Mieczysław Weinberg zu einer Trilogie. Der übergreifende Titel Die Schwelle des Krieges bezieht sich auf den Zweiten Weltkrieg und die damit verbundenen Erinnerungen des jüdisch-polnischen Komponisten, der in der Sowjetunion eine neue Heimat fand. Der Symphonie Nr. 17 ist ein Motto der russischen Dichterin Anna Achmatowa (1898–1966) vorangestellt.


Wie Weinberg litt Achmatowa unter dem Stalinregime und wurde erst spät rehabilitiert. Übersetzt lauten ihre Verse: »Mein Land, du hast wiedergewonnen deine Macht und deine Freiheit! Aber in der Schatzkammer der Erinnerung des Volkes werden immer bewahrt bleiben die verbrannten Jahre des Krieges.« Das 1982 bis 1984 komponierte Werk ist eine reine Instrumentalsymphonie und verwendet keine Vokalparts – wie etwa die Symphonie Nr. 18. Als Einleitung zur großen Trilogie kommt ihr eine besondere Bedeutung zu.


Wie so oft bei Weinberg ist das Orchester sehr groß besetzt. Nur das einleitende Allegro sostenuto besitzt eine schlankere Instrumentation. Die Streicher stimmen einen traurigen g-Moll-Gesang an. Es ist die im Symphonietitel gemeinte Erinnerung an den Krieg, die in diesem Anfang mitschwingt. Ruheloser und mit Dies irae-Zitaten der lateinischen Totenmesse entfacht der zweite Satz das Feuer militanter Konflikte. Am Ende beschwichtigt eine einsame Solo-Violine die Massen und leitet zur hoffnungsvollen Coda über.


Weinbergs Kompositionstechnik ist auch in der Symphonie Nr. 17 ungemein facettenreich. Als Beispiel darf der dritte Satz gelten. In ihm verschmelzen barocke Kontrapunktik und traditionelle Scherzo-Robustheit. Das Trio verhilft den Holzbläsern zu gehöriger Wirkung. Ebenso knapp wie effektiv ist die Coda gestaltet. Was nach diesem raschen Satz folgt, ist ein langsamer Abgesang. Klarinetten und Hörner geben dem finalen Andante einen »romantischen« Anstrich.


Die Nähe zu Mahler oder Bruckner liegt auf der Hand (so etwa in den gedämpften Blechbläsern gegen Ende). Eingebettet ist ein kammermusikalischer Abschnitt für Solo-Streicher und Celesta. Der grandiose G-Dur-Schluss wirkt wie die Musikalisierung der ersten beiden Zeilen aus Achmatowas Motto. Doch nur oberflächlich betrachtet endet das Werk im Sinne des »Sozialistischen Realismus«. Im positiven Ende versteckt ist auch der Sieg des Künstlers über das Stalinregime und jegliche Kunstdiktatur.


Zwar verfolgte Weinberg zeitlebens einen unpolitischen Sonderweg, doch die späten Symphonien entstanden auch vor dem Hintergrund von Glasnost und Perestroika. Andererseits gehörte der Komponist einer absterbenden Generation an. Solche Werke hätten »ihren Platz inzwischen in der Rumpelkammer«, denn diese Musik entspräche nicht »den gegenwärtigen Moden«, bemerkte Weinberg 1988 ebenso ironisch wie selbstkritisch.


Nach Russland drang der Geist der Neuen Musik. Die jungen Komponisten hinterfragten solche großformatigen Symphonien generell. Sie galten als Ballast des Kalten Krieges, als Kunstformen einer vergangenen Ära. Im Westen erntete Weinbergs Musik ab Mitte der 1990er Jahre hingegen große Anerkennung. Gelobt wurden ihre hohe Qualität und Weinbergs gleichwertiger Rang zwischen Prokofjew und Schostakowitsch.


Matthias Corvin

Auszeichnungen

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Mieczyslaw Weinberg: Symphony No. 17 ´Memory´ (Weinberg Edition Vol. 2)
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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Symphony No. 17 'Memory' - Allegro sostenuto (1982-1984)
Komponist: Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)
Interpret(en): Wiener Symphoniker, Vladimir Fedoseyev
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2) Symphony No. 17 'Memory' - Allegro molto (1982-1984)
Komponist: Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)
Interpret(en): Wiener Symphoniker, Vladimir Fedoseyev
18:41
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3) Symphony No. 17 'Memory' - Allegro moderato (1982-1984)
Komponist: Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)
Interpret(en): Wiener Symphoniker, Vladimir Fedoseyev
7:25
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4) Symphony No. 17 'Memory' - Andante (1982-1984)
Komponist: Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)
Interpret(en): Wiener Symphoniker, Vladimir Fedoseyev
16:38
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Gesamtspielzeit  52:57  
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