Holger Groschopp

Pianist und Komponist

Biografie

Groschopp, Holger

wurde in Berlin geboren und erhielt seine Ausbildung an der Hochschule der Künste in seiner Heimatstadt bei Georg Sava. Ergänzend studierte er Komposition bei Isang Yun sowie Liedinterpretation bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau. Seine umfangreiche Konzerttätigkeit führte ihn in die meisten europäischen Länder, nach Nah- und Fernost sowie Nord- und Mittelamerika. Er trat als Solist und Kammermu­siker bei wichtigen europäischen Festivals auf (u. a. Berlin, Montepulciano, Salzburg, Schleswig-Holstein) und konzertierte als Partner vieler prominenter Künstlerinnen und Künstler wie Irvine Arditti, Jiří Bárta, Claudia Barainsky, Thomas Demenga, Alban Gerhardt, Hartmut Rohde, Majella Stockhausen, Yeree Suh, Jörg Widmann und vielen anderen. Insbesondere erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit Interpreten, die noch eng mit Isang Yun zusammengearbeitet hatten, wie Eduard Brunner, Saschko Ga­wriloff, Walter Grimmer, Heinz Holliger, Kolja Lessing, Hansheinz Schneeberger, Ros­witha Staege und Akiko Tatsumi.
Holger Groschopp blickt auf eine reiche Erfahrung im Umgang mit zeitgenössischer Musik zurück. Er arbeitete zusammen mit John Adams, Pierre Boulez, Hans Werner Henze, Heinz Holliger, Ursula Mamlok, Aribert Reimann, Jörg Widmann, Isang Yun und anderen. Eng verbunden war er Claudio Abbado und den Berliner Philharmo­ni­kern, ebenso arbeitete er mit Sir Simon Rattle, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Mahler Chamber Orchestra und dem Scharoun Ensemble zusammen.
Seine bislang sechs beim Label Capriccio erschienenen CDs mit Transkriptionen und Paraphrasen von Ferruccio Busoni erzielten hohe Anerkennung in der internatio­nalen Fachpresse, darunter höchste Bewertungen im BBC Music Magazine und im ame­rikanischen Magazin Fanfare. Bei der Deutschen Grammophon veröffentlichte Groschopp eine Doppel-CD mit Klaviermelodramen der Romantik, bei Bridge Records erschienen mehrere CDs mit Musik von Ursula Mamlok. 2017 folgte eine SACD mit Werken von John Adams.
Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehört neben dem Schaffen Ferruccio Busonis insbesondere der Einsatz für die Werke Isang Yuns, den er im Alter von 16 Jahren noch vor seiner Studienzeit kennenlernte. Bis zu Yuns Tod kam es zu mehreren gemeinsamen Projekten, beispielsweise Gesprächskonzerten, wo Groschopp auf Yuns Wunsch hin sei­ne Klavier- und Kammermusik interpretierte.
1996 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Internationalen Isang Yun Ge­sellschaft e.V., für die er als Vorstandsmitglied bis heute tätig ist. 2000 spielte er für das Label Capriccio Yuns Klaviertrio und Violinsonate auf CD ein. Zu mehreren Instrumen­talkonzerten und Vokalwerken Yuns arrangierte Groschopp Klavierauszüge. Als Pianist führt er regelmäßig Yuns Werke im Konzertsaal auf, auch in dessen Heimat Südkorea. Aus Anlass des 100. Geburtstags Yuns gab er mehrere Konzerte in verschiedenen Städ­ten, so z. B. gemeinsam mit Adele Bitter beim Musikfest Berlin im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie.


 

Veröffentlichte Alben

  • Isang Yun und das Cello

    Jubiläums-Edition Künstler im Gespräch Vol. 11In der Fantasie war ich frei (Isang Yun). Isang Yuns Leben ist vielschichtig und fesselnd wie ein gut geschriebener Roman. Sein komplexer Charakter mit all seinen Polaritäten und Konflikten angesichts der Heraus­for­derungen, denen er sich stellen musste, bietet Stoff für viele Kapitel von menschlicher, künstlerischer und historischer Relevanz: Nicht nur aufgrund seiner spektakulären Entführung von West-Berlin nach Seoul (Südkorea) Ende der 1960er Jahre, die er in unseren O-Tönen im Zusammenhang mit seinem persönlichen Lebensweg spannend und ergreifend schildert. Nein, auch und insbesondere aufgrund seines faszinierenden Werkes: Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte Yun aus den östlichen und westli­chen Einflüssen, die ihn prägten, eine ganz ureigene und unverwechselbare Sprache, so dass er am Ende seines Lebens sagen konnte: Die Teilung in mir ist vollkommen überwunden, wenn er auch bis zum Schluss sehr unter der Teilung seines geliebten Heimatlandes Korea litt.

  • John Adams: American Berserk

    Meine Musik ist sehr amerikanisch und lebt vom musikalischen Puls. In der mitteleuropäischen Tradition geht es mehr um Gefühl und Ausdruck. Es gibt – zum Beispiel bei Mahler – immer eine gewisse Elastizität in der Phrasierung und im Tempo. Aber bei mir muss der Groove stimmen und perfekt auf dem Punkt sitzen. Gleichzeitig verschieben sich ständig die Akzente des musikalischen Pulsschlags... (John Adams)

  • Detlev Glanert: Elysion

    Mit der CD Elysion veröffentlicht die Cragg Foundation ein Kammermusik-Porträt des Komponisten Detlev Glanert (*1960). Glanert ist mit seinen erfolgreichen Bühnenwerken heute der meistgespielte lebende Opernkomponist in Deutschland. Umso interessanter ist eine kompakte Zusammenführung wichtiger Kammermusikwerke. Fast alle Aufnahmen sind Ersteinspielungen.

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