Sidney Corbett: Que hora es in paradiso?

Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus

Label: Cybele Records

Erschienen: 2006

Katalog-Nummer: Cybele SACD 260901

Hybrid-SACD Stereo+5.1ch Surround Sound USB-Stick
6CH

Kurzbeschreibung

Das Erspüren der Gravitationskräfte, die von den Tönen ausgehen, gehört zu den elementaren musikalischen Empfindungen von Corbett (* 1960). Er lauscht einer melodischen Figuration oder einer Linie nach und folgt dem Sog, den die Motivik in sich trägt.

Beschreibung

Das Erspüren der Gravitationskräfte, die von den Tönen ausgehen, gehört zu den elementaren musikalischen Empfindungen von Sidney Corbett. Er lauscht einer melodischen Figuration oder einer Linie nach und folgt dem Sog, den die Motivik in sich trägt. Die Basis dieses Hineinhörens in die Musik ist ihre kleinste Einheit, der Ton. Sidney Corbett fühlt sich in ihn ein. Er ist ein Kristallisationspunkt, von dem aus er andere Töne wählt und mit ihnen Linien zieht. Sie folgen den Tendenzen der Töne, die, da diese Tendenzen mehrdeutig sind, stets eine gewisse Offenheit besitzen. So haftet den Melodien des Komponisten eine eigentümliche Vagheit an, eine latente Mehrdimensionalität, eine Anmutung von Beweglichkeit. Das heißt nicht, dass es Sidney Corbetts Musik an Eindeutigkeit mangelte. Die Folge der Töne scheint stets logisch empfunden, ja sie übt einen geradezu suggestiven Sog auf den Hörer aus – eine Kraft, die aus den höchst sensibel ausgehörten Tonbeziehungen resultiert.
Melodie ist der Dreh und Angelpunkt des Klanguniversums von Sidney Corbett. Melodiker zu sein scheint heute in der auf Strukturen und Klangfarben konzentrierten Neue Musik Szene wenig populär. Doch von Strömungen und Tendenzen gleich welcher Art lässt sich Sidney Corbett nicht beeinflussen, schon gar nicht von ästhetischen Moden, die im Musikbetrieb zu beobachten sind. Die Unabhängigkeit davon verdankt er wohl seiner musikalischen Laufbahn. Sie begann mit Rockmusik, bei der ihn Jimi Hendrix am meisten faszinierte und zum Gitarrespielen animierte, und führte erst mit Beginn des Studiums zum klassisch romantischen Repertoire. Daher begegnete er diesem Repertoire nicht als zentralem Block der Musikgeschichte, sondern ganz unbefangen als eine ihrer zahlreichen Facetten. Er empfindet es nicht als historische Bürde, sondern als genauso spannendes Inspirationsfeld wie die Musik des Mittelalters, der Renaissance und des 20. Jahrhunderts.
So kommt es, dass die Sidney Corbetts Melodien ganz eigentümlich, ja im emphatischen Sinn des Wortes „neu“ klingen, zeitgenössische Gebilde sind. Sie kleben nicht an Traditionellem, und wenn sie solches assoziieren lassen, dann hauptsächlich wegen ihres Äußeren. Denn der Komponist schmückt die Töne kaum mit klangfarblichen Tricks und avantgardistischen Effekten, sondern verwendet sie meistens ganz „normal“. Der Klang scheint traditionell, die Musik jedoch ist es nicht.
Sidney Corbett spielte lange Baseball, einige Zeit sogar in der Zweiten Bundesliga. Ihn fasziniert vor allem die Schnelligkeit, Präzision und mentale Konzentration, die das Spiel erfordert. Auch sein Komponieren ist durch mentale Kontrolle und äußerste Präzision, ja geradezu skrupulöse Feinarbeit geprägt. Die Musik lebt durch die minutiöse, sorgfältig ausgehörte Setzung der Töne, durch die Konzentration auf die Beziehungen und Fluktuationen des Klangs, durch die Aufmerksamkeit, die der Komponist dem Innermusikalischen widmet. Auf diesem Weg versucht er, seine Utopie von der bestmöglichen Musik, die es stets zu schreiben gilt, zu verwirklichen.
Ein Flügel dominiert Sidney Corbetts Arbeitszimmer in Berlin Kreuzberg. Genau wie der Schreibtisch gegenüber ist er mit Partituren klassischer und neuer Musik und mit akribisch beschriebenen Notenblättern der gerade im Entstehen begriffenen Werke gepflastert. In diesen Notenblättern jedoch ist die Außenwelt höchst präsent, was am deutlichsten in den Themen der Musiktheaterwerke zu Tage tritt. „The Electric Chair“ beschäftigt sich mit der Todesstrafe, „Noach“ mit der Frage nach dem Sinn des Unglücks in der Welt. Sidney Corbett kristallisiert Letzteres an aktuellen gesellschaftspolitischen Problemen, an der Orientierung am Profit als Heilsversprechen unserer Zeit. Diese inhaltliche Komponente erscheint in einer kunstvollen, jeglicher Anpassung sich verweigernden Musiksprache. Die intensive innermusikalische Arbeit Sidney Corbetts könnte vermuten lassen, der Komponist sitze im sprichwörtlichen Elfenbeinturm. Das Gegenteil jedoch ist der Fall. Der Weltbezug der Werke wird durch die Sorgfalt der kompositorischen Gestaltung feinsinnig umhüllt. Gerade diese Subtilität, mit der er ins Musikalische verwoben ist, verleiht ihm Authentizität und Gewicht.

Details

Seth Josel (E-Gitarre, Banjo, klassische Gitarre) - musikFabrik - Johannes Debus (Dirigent)


Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas


Begleitheft-Sprachen: Deutsch und Englisch (32 Seiten Umfang mit Digipak)


Eine Co-Produktion mit Deutschlandfunk

Biografien

Sidney Corbett
Der Komponist Sidney Corbett, 1960 in Chicago geboren, studierte Musik und Philosophie an der University of California, San Diego, der Yale University, wo er 1989 promovierte sowie 1985 bis 1988 an der Hamburger Musikhochschule bei György Ligeti. Seit 1985 ist Corbett vorwiegend in Europa tätig. Seine Werke, die Bühnen , Orchester , Instrumental , Solo und Vokalliteratur umfassen, erhielten zahlreiche Preise und Auszeichnungen im In und Ausland und werden weltweit aufgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt seiner jüngeren Arbeit liegt im Bereich des Musiktheaters. Beispiele hierfür sind die Kammeroper „X UND Y“, das beim Eclat Festival Stuttgart im Februar 2002 uraufgeführt wurde, das szenische Werk „Paradiso“, nach Dante, für Sprecherin und Streichquartett, das ebenfalls im Februar 2002 in Basel uraufgeführt wurde sowie die Oper „NOACH“, nach einem Libretto von Christoph Hein, das im Bremer Theater in der Spielzeit 2001/02 erfolgreich uraufgeführt wurde. Zu den Werken der letzten Zeit gehören außerdem „Yael“ für Violine und Orchester, das vom Geiger Kolja Lessing und dem Concertino Basel im März 2005 uraufgeführt wurde, das Werk „Exits“ für E Gitarre und Kammerensemble für den Gitarristen Seth Josel und das Ensemble musikFabrik, das im Rahmen eines Portraitkonzerts im März 2005 beim Deutschlandfunk Köln uraufgeführt worden ist sowie seine 2. Sinfonie, „the immaculate sands“, die im Oktober 2004 von den Niederrheinischen Sinfonikern unter GMD Graham Jackson uraufgeführt wurde. Sidney Corbett lebt seit 2001 in Berlin. (www.sidneycorbett.de)

Sidney Corbett: Que hora es in paradiso?
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USB-Stick SACD
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EAN/UPC-Barcode: 809548010225
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USB-STICK Sidney Corbett: Que hora es in paradiso? (USB-Stick)
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MP3 & FLAC Tracktitel Spielzeit Preis
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1) Bleeding in Babylon (2004) für Bassklarinette, E-Gitarre und Kontrabass
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, John Corbett, Michael Tiepold
9:15
3,99 €
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2) Die Stimmen der Wände (1993), ein Kompositionszyklus in sechs Teilen - I. Symphoniae
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
6:27
2,99 €
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3) Die Stimmen der Wände (1993), ein Kompositionszyklus in sechs Teilen - II. Porta
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
4:00
1,99 €
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4) Die Stimmen der Wände (1993), ein Kompositionszyklus in sechs Teilen - III. Amplificat
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
4:35
1,99 €
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5) Die Stimmen der Wände (1993), ein Kompositionszyklus in sechs Teilen - IV. Pellere Noxia Mundi
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
4:40
1,99 €
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6) Die Stimmen der Wände (1993), ein Kompositionszyklus in sechs Teilen - V. Responsorium
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
5:21
1,99 €
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7) Die Stimmen der Wände (1993), ein Kompositionszyklus in sechs Teilen - VI. Ultimus
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
4:21
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8) que hora es in paradiso (2002) für Banjo und Bassklarinette
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, John Corbett
8:25
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9) variations in memoriam Edison Denisov (1998) für klassische Gitarre solo
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel
8:55
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10) Exits (2005) for electric guitar and ensemble - I. Self portrait
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
4:25
1,99 €
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11) Exits (2005) for electric guitar and ensemble - II. Tarantella
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
5:38
1,99 €
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12) Exits (2005) for electric guitar and ensemble - III. Malibu (in memoriam Mark Osborn)
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
8:51
2,99 €
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13) Exits (2005) for electric guitar and ensemble - IV. Desert
Komponist: Sidney Corbett (1960-)
Interpret(en): Seth Josel, musikFabrik, Johannes Debus
4:33
1,99 €
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Gesamtspielzeit  79:26  
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DSD 1bit 2.8224MHz Stereo (3,212.71MB)
18,90 €
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FLAC 24bit 96kHz 5.1 Surround (4,212.54MB)
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DSD 1bit 2.8224MHz 5.1 Surround (9,638.11MB)
22,90 €
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